Selbständige Kinder

Kinder müssen in der heutigen Zeit viel zu früh selbständig sein. Sei es, weil beide Eltern arbeiten müssen oder nur noch ein Elternteil zur täglichen Betreuung an der Seite der Kleinen steht. Manchmal sogar, weil noch andere Geschwister betreut werden müssen. Babysitten in der eigenen Familie. Bleibt da noch genug Zeit für die kindliche Freizeit oder müssen unsere Kinder selbständig werden, kurz nachdem sie laufen gelernt haben, um für das spätere Leben vorbereitet zu sein?
Sie steuern auf Dauerstress in der Schule, später im Job und womöglich in der eigenen familiären Umgebung zu. Oft beginnt die Anforderung schon im Kindergartenalter.
Jeder Tag wird verplant mit diversen Terminen und das stets mit deutscher Pünktlichkeit. Zum Wohle des Kindes und seiner Entwicklung. Kaum aus dem Sandkasten gehüpft, geht es schon weiter zum Karate-Training. Am nächsten Tag stehen Klavierstunden an, am übernächsten Ballett oder Kinderturnen. Dann die diversen Spiele-Gruppen und Kindergeburtstage. Das zeugt von Beliebtheit und Zughörigkeit. Je mehr desto beliebter? Wo bleibt bei all dem Trubel das unbeschwerte Kindsein?
Ansprüche werden schon früh gestellt und das selbständige Kind wird bei sämtlichen Gelegenheiten gepriesen. Der verbale Austausch ist ein gesellschaftliches Ereignis auf Festen und sonstigen Gelegenheiten. Es wird sich gerühmt mit schnellen Fortschritten und erstaunlich früh abgeschlossenen Entwicklungsstadien. Das Kind könne schon mit sechs Monaten wunderbar sitzen, oder braucht mit einem Jahr keine Windeln mehr. Das nächste deckt mit knapp drei Jahren den Frühstückstisch oder fährt mit knapp sechs gerade frisch eingeschult mit dem Bus mutterseelenallein 10 km zur Schule.
Selbst im Kindergarten und in der Grundschule werden Anforderungen an die Kinder gestellt, die selbst für manche Erwachsenen Schwierigkeiten bedeuten. Hauptsache der Bildungsauftrag wird erfüllt bzw. der Lehrplan eingehalten. Wenn es weniger selbständige Kinder in einer Gruppe oder Schulklasse gibt, bedeutet dies nicht selten Ausgrenzung. Was den Kindern heutzutage abverlangt wird, ist schon gewaltig. Das fängt beim Schleppen der schweren Schulsachen an und hört bei den stundenlangen Hausaufgaben auf. Erschwert wird das Ganze dann noch durch den erhöhten Leistungsdruck. Wer keine guten Leistungen bringt, ist schnell in irgendeiner Form geschwächt. Sei es hyperaktiv oder grobmotorisch veranlagt etc. Kinder sollen funktionieren. Einwandfrei.
Sicher, unsere allzu deutschen Angewohnheiten haben uns ja selbst so geformt. Der Druck wächst bei jeder aufwachsenden Generation mehr. Selbständige Kinder sind notwendig geworden. Um schneller im Job wieder Fuß fassen zu können, da dass Einkommen sonst nicht ausreicht oder das über Jahre erlangte Fachwissen irgendwann nicht mehr aktuell sein könnte. Noch schlimmer, die endlich erreichte Position im Beruf könnte anderweitig vergeben werden.
Wo leben wir denn? Ist es das, was wir wollen? SO selbständige Kinder? Oder wollen wir doch lieber kleine lachende und fröhliche Kinderherzen, die Quatsch machen und dazwischen brabbeln, weil sie es einfach nicht besser wissen. Ist es nicht erfrischend, wenn man im größten Alltagsstress ein herzhaft lachendes Kind erblickt. Ist es da nicht vollkommen egal, ob es akkurat mit Messer und Gabel essen kann, gerade sitzt oder allein die Zähne putzt? Muss das Kind so früh selbständig werden oder hat es Zeit sich nach seiner Uhr zu entwickeln und zu entfalten. Wir haben die Chance dabei zu sein und Hilfe und vor allem unsere Liebe zu geben.


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:Haha! I'am the first! Yeh~

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